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02. April 2025

„Holz trifft Hightech“: Studierende entwickeln visionäre Wetterradartürme für Austro Control

Die Erforschung der zukünftigen Nutzung von Holz als nachhaltiges Material für die Flugsicherungsinfrastruktur stand im Mittelpunkt eines von Austro Control initiierten Ideenwettbewerbs. Bachelorstudierende des Studiengangs Holztechnologie & Holzbau waren eingeladen, innovative und außergewöhnliche Konzepte für einen Wetterradarturm in Holzbauweise zu entwickeln. Ihre beeindruckenden Entwürfe überzeugten die Jury und sicherte den Teams der FH Salzburg die Plätze zwei und drei.

Beeindruckende Ingenieursleistung: Wetterradartürme in Holzbauweise von SchülerInnen der HTL Hallein (Fachrichtung Holzbau und Bauhandwerkerschule) und Studierenden der FH Salzburg.

Eine komplexe und herausfordernde Aufgabestellung 

Austro Control ist verantwortlich für die Sicherheit im österreichischen Luftraum. Betriebstürme spielen eine wichtige Rolle zur Sammlung von Daten, die für eine sichere Abwicklung des Flugverkehrs sehr wichtig sind. Bekannt sind beispielsweise Wetterradaranlagen, die durch ihre markante, kuppelartige Radomform aktuelle Wetterdaten erfassen und speichern, um auf dieser Basis hochpräzise Flugwetterprognosen zu erstellen. Doch wie lassen sich diese auffälligen Bauwerke bestmöglich in die natürliche Landschaft integrieren. Wäre es beispielsweise möglich, durch den Einsatz des natürlichen Baustoffs Holz einen Betriebsturm so zu gestalten, dass er sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend ist? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Ideenwettbewerbs „Betriebsturm in Holzbauweise – Beispiel einer Wetterradaranlage“, der von Austro Control in Kooperation mit proHolz und dem Holzcluster Salzburg initiiert wurde. Begleitet wurde der Wettbewerb von Fachbereichsleiterin Monika Tropper-Grinschgl sowie Lecturer Lukas Zeilbauer. 

Holzbau vor den Vorhang: Junge Talente gestalten Zukunft

Im Rahmen dieses Wettbewerbs waren die Teilnehmer:innen aufgefordert, Entwürfe für einen turmartigen Holzbau zu entwickeln, der die funktionalen Anforderungen eines Wetterradars erfüllt. Vorgabe war ein fiktiver Standort mit Parametern für Höhe, Gewicht, Rotation und Funktion. Optional konnte ein öffentlich zugängliche Besucherplattform in den Entwurf integriert werden.

Der Wettbewerb richtete sich gezielt an Salzburger Holzausbildungsstätten. Insgesamt acht Teams stellten sich der Herausforderung. Beteiligt waren neben den Studierenden der FH Salzburg auch Schüler:innen der HTL Hallein aus den Fachrichtungen Holzbau und Bauhandwerk.

Am 18. März 2025 wurden die Entwürfe von den Teilnehmer:innen vor einer fachkundigen Jury präsentiert und im Anschluss feierlich prämiert. Besonders beeindruckend waren die maßstabgetreuen 1:20-Modelle, die das Potenzial von Holzbauwerken eindrucksvoll zur Schau stellten und Lust auf mehr „Holzbaukultur“ machten.

Jurymitglieder und Projektbegleiter loben Kreativität und Umsetzung

Jurymitglied Michael Sanio, Regionalleiter von Austro Control in Salzburg zeigte sich von den Ergebnissen beeindruckt: 

„Die Qualität der eingereichten Projekte war herausragend. Es war für mich als Mitglied der Jury nicht einfach, eine Auswahl zu treffen. Die Projekte haben uns gezeigt, dass Turmstrukturen nicht immer aus Stahl und Beton bestehen müssen. Holz hat viele Vorteile und steht in Sachen Funktionalität, Stabilität und Langlebigkeit keineswegs hinter anderen Materialien zurück.“

 Auch die beiden weiteren Jurymitglieder Josef Rainer, ehemaliger LIM Stv. a. D., und Tragwerksplaner Alexander Gruber lobten die präsentierten Ideen. Lukas Zeilbauer, Lektor und Experte für parametrisches Tragwerksdesign, hob  zudem die herausragende technische Leistung der Entwürfe hervor: „Einen Holzturm für diese Wettbewerbsaufgabe zu entwerfen, ist weit mehr als eine reine Ingenieursleistung – es erfordert kreatives Tragwerksdesign in all seinen Facetten. Die teilnehmenden Studierenden der FH Salzburg haben mit ihrem Engagement, ihrem Fleiß und ihrem Mut eindrucksvoll bewiesen, dass anspruchsvolle Konstruktionen nicht nur technisch durchdacht, sondern auch gestalterisch innovativ sein können.“ Monika Tropper-Grinschgl zeigte sich ebenfalls mehr als zufrieden: „Funktionalität, Ästhetik und Materialeinsatz wurden geschickt vereint, und zugleich wurde das Potenzial von Holz eindrucksvoll demonstriert.“

Die Siegerprojekte der FH Salzburg: Vielfältige Ansätze für den Betriebsturm der Zukunft

Die Teams der FH Salzburg waren mehr als erfolgreich: Den zweiten Platz beim Wettbewerb sicherte sich Lea Windhofer mit ihrem eleganten Entwurf eines Zeppelin-artigen Turms und erhielt dafür 1.000 € Preisgeld. 

Den dritten Platz teilen sich zwei Teams der FH Salzburg: Das Projekt „Turm des Lebens“ von Florian Steinleitner, Benno Finn Seydel und Tobias Tigges sowie das Projekt „Hybo Tower“ von Paul Schuler und Peter Kosalla. Beide Teams erhielten jeweils 500 €.

Austro Control stellte das Preisgeld zur Verfügung. Darüber hinaus erhielten alle anderen teilnehmenden Teams eine Aufwandsentschädigung von 200 €. 1.500 Euro gab es für den ersten Platz, der an die Bauhandwerker der HTL Hallein ging.

Zusammenarbeit und Netzwerk: Ein Gewinn für alle Beteiligten

Der Holzcluster Salzburg betreute den Wettbewerb von der Ausschreibung bis zur feierlichen Preisverleihung. Projektmanagerin Katharina Springl betonte die wertvolle Zusammenarbeit: „Die Kooperation mit den Ausbildungsstätten und Austro Control als Auftraggeber war äußerst produktiv. Die innovative Aufgabenstellung motivierte die Teilnehmer und führte zu herausragenden Ergebnissen. Zudem stärkte der Wettbewerb das Netzwerk und förderte den Austausch zwischen den verschiedenen Akteuren.“

Der Ideenwettbewerb hat gezeigt, wie vielseitig und zukunftsträchtig der Holzbau ist.  Herzlichen Glückwunsch an alle TeilnehmerInnen! 

Fotos: © FH Salzburg